Lebensschutz beginnt in der Familie

Viele Menschen glauben, dass Lebensschutz ein Thema ist, das nur jene betrifft, die sich gerade in einer solchen Situation befinden. Viele glauben, dass es einige brave Menschen gibt, die Beratung für Schwangere machen, eventuell manchmal eine Petition unterschreiben oder sogar auf so einen Marsch fürs Leben gehen. Mir fällt auf, dass dieses Thema in der ganzen Wichtigkeit und Dringlichkeit noch gar nicht richtig bei den Familien angekommen ist, dass es jeden betrifft von uns, vor allem uns Familien!  Abtreibung ist leider so weit verbreitet, daher muss Lebensschutz in der Familie beginnen!

Natürlich ist es für viele christliche Familien selbstverständlich, gegen Abtreibung und Sterbehilfe zu sein. Aber sprechen sie es auch aus? Wird es zum Thema gemacht in der eigenen Familie, bekommen Eure eigenen Kinder Argumente mit auf den Weg, wie sie darüber denken können oder Diskussionen in der Schule und im Freundeskreis darüber führen können? Da fängt Lebensschutz an!

Wir Eltern dürfen es nicht zu einem Tabuthema machen, sonst wird es zum Tabu auch im Leben unserer eigenen Kinder. Wenn nun Eure eigene Tochter oder der eigene Sohn in die Situation einer ungewollten Schwangerschaft gerät, und es ist zuhause ein Tabu, was wird Euer Kind machen? Es wird womöglich versuchen, das Thema schnell selbst zu lösen, wenn man nie darüber gesprochen hat. Es muss nicht so sein, aber es kann leicht diese Situation entstehen. Das betroffene Mädchen wird also vielleicht zu einem praktischen Arzt gehen und sich die Abtreibungspille verschreiben lassen, denn das ist ja jetzt leider seit kurzem in Österreich ganz leicht möglich. Es wird sich vielleicht in der Apotheke dieses Präparat besorgen und womöglich ganz alleine diese Abtreibung durchführen. Was da alles auf das Mädchen zukommt, kann man im Film „Unplanned“ sehen, der dankenswerterweise auf Deutsch gerade übersetzt wurde. Oder unsere Kinder kommen in ihrem Freundeskreis in die Situation, was sagen sie dann diesem betroffenen Mädchen?

Wie können sie darüber sprechen, wenn nicht in der Familie darüber gesprochen wurde? Wie können sie den Wert jedes ungeborenen Kindes erfassen, wenn es niemals zu Hause thematisiert wurde?

Wie kann man das nun ganz konkret machen bei seinen Kindern, in der Familie?

Das Wichtigste: Es muss früh beginnen, früher als Sie denken. Wir müssen unseren Kindern klar machen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Sexualverhalten, Sexualmoral und Lebensschutz!

Körper Geist und Seele Einheit

Sagt Euren Kindern, dass das Leben mit der Verschmelzung von Ei – und Samenzelle beginnt. Dass in diesem Moment, wo Eltern sogenannte Prokreatoren sind, die unsterbliche Seele eingehaucht wird, diese Seele, die alles in unserem Körper von innen zusammenhält.

Es ist nicht egal was ich mit meinem Körper mache, es wird Spuren hinterlassen, ich bin für meinen Körper verantwortlich. Wenn ich einen traurigen Film sehe, werde ich traurig, mit ICH ist mein Körper und Geistseele zusammen gemeint. Wenn mir etwas Gewalttägiges widerfährt, ich denke an Mißbrauch, dann werde ich mein Leben lang die Wunden in meiner Seele davon tragen. Ich bin mein Körper, nicht ich habe einen Körper. Es ist nicht egal ob ich ein Kind austrage oder es abtreiben lasse. Ich bin verantwortlich für das was ich mit meinem Körper mache. Das kann schon jedes Kind verstehen. Das Leben wird uns geschenkt! Daher dürfen wir es auch nicht nehmen. Das kann jedes Kind verstehen!

Die Liebe hat eine heilige Ordnung

So wie es eine Ordnung in der Natur gibt, wie Tag und Nacht, die immer wiederkehrenden Jahreszeiten, die Mondphasen, so gibt es das auch im Menschen!  Es gibt eine Ökologie des Menschen, eine Ordnung die der Schöpfer in uns hineingelegt hat. Ich denke da an den Zyklus der Frau, der Wechsel von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen. Das sollte jedes Mädchen genau wissen, auch die Buben. Bitte machen Sie sich fit über das Thema und klären Sie Ihr Kind selbst auf! Ihr Kind soll von Ihnen lernen, mit Ihren Worten, dass Sexualität etwas Schönes ist und Fruchtbarkeit etwas mit dem man sorgfältig umgehen muss.

Verhütung: Sprecht darüber!

Man muß nicht über obszöne Dinge reden mit seinem Kind, über entwürdigende Dinge. Aber es sollte so sein, dass Euer Kind gerne zu Euch kommt, wenn es etwas nicht versteht. Man muß den Kindern sagen dass beim Sex Leben entstehen kann, trotz aller Verhütungsmöglichkeiten und dass keine Verhütungsmethode sicher ist. UND: Pille und Spirale sind frühabtreibend, das müssen Jugendliche unbedingt wissen.  Sie müssen hören, dass die Sexualität eine starker Antrieb ist, vor allem für Männer. Es muß so sein, sonst würden wir aussterben. Aber dieser starke Trieb gehört gebändigt, eingeordnet in die Entwicklung eines jungen Menschen, damit er damit frei leben kann. Denn wenn ich den Schöpfungsplan akzeptieren kann, der in die Frau hineingelegt ist, bedeutet das Verzicht. Und diesen Verzicht zu lernen ist viel leichter als Kind oder Jugendlicher als später einmal!

Sie finden viele Hilfsmaterialien auf unserer Homepage, die Eltern helfen ihre Kinder selbst aufzuklären. Die Wunderkunde ist ein Material zb. für das Volksschulalter, das man als Eltern selbst basteln kann oder den Lehrern in der Schule vorschlagen kann.  

Seid Ihr liebe Eltern die ersten die Eure Kinder aufklären, sie werden Euch immer dankbar sein. Jedes Leben ist schützenswert, wo sollen das Kinder und Jugendlich lernen, wenn nicht in unseren Familien?

 

Lassen Sie den Lebensschutz in Ihrer Familie beginnen!

 

 Leni Kesselstatt

(Rede beim Marsch fürs Leben, Wien 2020)