Seit Montag, den 8. 2.  werden Kinder in den Schulen getestet, je nach Bundesland mit zeitlichem Beginn nach den Semesterferien, morgen beginnen die letzten Bundesländer. Es erreichen uns Anfragen von Eltern, die Informationen suchen abseits der breiten Medien, denn ihre Sorgen und Bedenken werden nicht berücksichtigt, so meinen sie. Und dieses Bereitstellen von Informationen, manchmal auch aus einer anderen Sichtweise, ist Teil der ursprünglichen Gründungsmotivation der Familienallianz. Wir glauben fest daran, dass verschiedene, oft „andere“ Meinungen im öffentlichen Diskurs  und in einer Demokratie Platz haben müssen. Lesen Sie hier die Antworten auf Fragen von Eltern:

Echte Freiwilligkeit?

Für Eltern ist der Schulbeginn nach diesen langen Wochen des Lockdowns eine große Erleichterung, denn viele sind stark überlastet. Eltern berichten, dass Mütter sogar ihren Job aufgegeben haben um ihre Kinder zuhause gut zu betreuen. Sie wollen das Beste für ihre Kinder und sind zum Teil sehr besorgt, weil das „Eingesperrtsein“ ihren Kindern schadet. Diese sitzen täglich stundenlang für den Fernunterricht vor dem Computer und können dann ihre Freunde auch nur „digital“ am Handy treffen. Kinder und Jugendliche leiden sehr unter diesen Zuständen, Psychiater haben Hochbetrieb. (Sehen Sie hier den ORF Beitrag darüber, hier die Studie über Jugendliche).  Alle hoffen nun auf die Schulöffnungen nach den Ferien, damit sich die Situation bessert. Nun ist der Schulbesuch aber mit dem Testen verbunden (1-2 mal pro Woche, je nach Alter), was widerum manche Eltern beunruhigt. Denn es gibt Bedenken, dass die Entscheidung über den so ersehnten Schulbesuch nicht ganz freiwillig ist, wie es verkündet worden ist. Eine freiwillige Entscheidung wäre, wenn das Kind, dessen Eltern sich gegen einen Test aussprechen, nicht benachteiligt werden. Dafür sind jedoch einige Fragen (zur Verfügung stellen des Lernstoffes, etc.) noch nicht geklärt.

 

Hier können Sie die Petition „Nein zu Testzwang von Kindern“ unterschreiben

Angst der Kinder vor jeder Testung

Einige Eltern meinten, Kinder hätten Angst vor den Testungen mit den stigmatisierenden und  beschämenden Folgen einer möglicherweise „positiven“ Testung. Das widerum könnte Folgen haben bei Schulängsten und Schulversagen. Das kann ein triftiger Grund für Eltern sein, ihre Kinder zuhause zu lassen.

Was passiert wenn ein Test positiv ist?

Medizinische Testergebnisse dürfen bei Erwachsenen nur unter Wahrung eines notwendigen Datenschutzes mitgeteilt werden. Kindern mutet man jedoch zu, dass ein mögliches positives Testergebnis vor der Klasse und den Lehrern zwingend bekannt wird. Das ist nicht für jedes Kind ein Problem, kann aber in Zeiten, wo Mobbing ein alltägliches und häufiges Problem in vielen Klassen darstellt, für manche Kinder zu einer höchst demütigenden Situation werden. Die Absonderung als „positiver“ Fall kann tiefenpsychologische Traumata hinterlassen, sie sind der „Problemfall“ des Tages, müssen eventuell alleine in einem abgesonderten Zimmer auf die Eltern warten, werden es eventuell als „stigmatisiert“ empfinden, wenn die ganze Schule Bescheid weiß. Auch wenn der Test sich später als „falsch positiv“ herausstellen sollte, so kann hier Schaden zurückbleiben.

Nicht alle Lehrer sind so mütterlich wie meine Freundin Bettina, die den Test so vorgestellt hat in ihrer VS Klasse:

„Liebe Kinder, Ihr wisst, wir machen jetzt diesen Test alle zusammen. Wenn der Test bei irgendjemanden positiv sein sollte, so braucht Ihr keine Angst haben, denn es kommt ganz oft vor dass diese Tests falsch sind. Wir werden dann alle ganz ruhig bleiben und die Eltern anrufen. Seid ganz ruhig, das schaffen wir schon!“

Elternrecht wird mißachtet

Die Eltern-Testung zuhause, die bisher möglich war, ist nicht mehr erlaubt. Bei schleichenden Entrechtungen von Eltern werden wir hellhörig und wir fragen uns, warum das nicht möglich ist? Eltern wird damit „die gesundheitliche Verfügungsmacht“ über ihr Kind entzogen, im Fall eines positiven Antigen-Tests wird von der Schule eine Meldung an die Bezirkshauptmannschaft gemacht.

Kinder testen, macht das wirklich Sinn?

Ende Oktober veröffentlichte das Gesundheitsministerium eine Empfehlung, in der steht, dass Internationale Studien zeigen, dass der Anteil der Kinder unter 10 Jahren an den für SARS-CoV-2 positiv getesteten Fällen zwischen 1 % und 2 % liegt. Der Anteil an den Gesamtinfektionen zwischen 10 und 19 Jahren liegt zwischen 4 % und 6 %.“ 

Testergebnisse der ersten Schulwoche(Ferien Wien und NÖ)

Insgesamt waren am Montag und Mittwoch 198 der 470.000 Tests positiv (75 Prozent Auszählungsgrad). Man wundere sich warum „nur so wenige positiv sind“, steht weiter in diesem Artikel der Kleinen Zeitung.  Ein Arzt macht sich Gedanken über die Sinnhaftigkeit der Testungen, lesen Sie hier von Dr. Martin Sprenger, Arzt und Publich Health Experte.

 

Abschließend wollen wir Ihnen und Ihren Familien Mut zusprechen, denn krank geworden sind Kinder immer, denn das hat ihr Immunsystem gestärkt. Bisher ist noch kein Kind oder Jugendlicher an Corona in Österreich gestorben. Es gibt Hoffnung, denn weltweit geht die Pandemie zurück, wie die WHO in ihrem wöchentlichen Update bekannt gab: Um 17% brach die Zahl im Vergleich zur Vorwoche ein, was den niedrigsten Wert seit 15 Wochen darstellt.

Hoffen wir, dass die Schulen noch lange geöffnet bleiben und unsere Kinder wenigstens einiges des Unterrichtsstoffes nachholen können. Wenn Sie mit der Situation zufrieden sind, dann konnten wir vielleicht dennoch etwas zur Information beitragen.

Wenn Sie nicht zufrieden sind und aktiv werden wollen, dann lesen Sie mehr über die rechtlichen Überlegungen einer befreundeten Juristin und Mutter von 5 Kindern über die Situation und schreiben Sie an die entsprechenden Behörden hier.

Hier können Sie die Petition „Nein zu Testzwang von Kindern“ unterschreiben